Bosnien, Tuzla

2006 Pekara

Etwa 12 Km von Tuzla entfernt liegt das Kinderdorf „Selo Mira“ was übersetzt, Friedensdorf heißt. Hier baute die "Kinderzukunft" (Rudolf Walther Stiftung) direkt nach dem schrecklichen Krieg im ehemaligen Jugoslawien ein Kinderdorf. Dieser Krieg hat vielen Kindern die Eltern und die Heimat genommen. Es leben zurzeit etwa 170 Kinder im Kinderdorf. Auch Großeltern, die mit Ihren Enkeln auf der Flucht waren, wurden im Kinderdorf „Selo Mira“ aufgenommen, um die einzigen Kontakte, die sie hatten, nicht zu zerstören. 

Kinder aus zerrütteten Ehen finden hier ein neues Zuhause. Bis zum 18. Lebensjahr bleiben sie in der Obhut von „Selo Mira“. Jugendliche, die sich in der Ausbildung befinden, können bis zum Abschluss im Jugendhaus wohnen bleiben. Das Kinderdorf bietet den Jugendlichen Ausbildungsplätze in verschiedenen Berufen an. So haben Interessierte die Möglichkeit, in einer Schreinerei, einer Näherei, in einer Küche, einer Autowerkstatt und in einer Gärtnerei ihre Ausbildung auszuüben. 

„Brot gegen Not“ richtete Mitte Dezember 2005 eine Ausbildungs- und Produktionsbackstube direkt neben dem Ausbildungszentrum ein. 

Seit Februar 2006 wird in der Backstube ausgebildet. Die erste Ausbildung wurde von den ehrenamtlich tätigen Bäckermeister übernommen. Auch Jugendliche, die außerhalb des Kinderdorfes leben, haben die Möglichkeit als Bäcker ausgebildet zu werden. 

Gebacken werden sowohl deutsche als auch landestypische Backwaren. Roggen- und Roggenmischbrote sind bereits in Turija, eine kleine Ortschaft in der Nähe, sehr beliebt. Die Eigenversorgung mit Backwaren im Kinderdorf läuft sehr gut. Auf Wunsch des Kinderdorfdirektors wurde das Angebot von Weißbrot gestoppt. Stattdessen wird jetzt "Rheinisches Graubrot" gebacken neben 80 weiteren Brotsorten.