Argentinien, Manuel Alberti

2005 Comedor Personitas

Die Wirtschaftskrise hat die Kinder der Armen in Argentinien besonders hart getroffen. Im Juli 2000 hat eine Gruppe von Frauen aus der Mittelschicht in Pilar, eine Stadt von rund 230.000 Einwohnern, 30 km außerhalb von Buenos Aires, das Projekt “Personitas“ (kleine Persönchen) gegründet. Durch "futuro sí" - Initiative für Kinder in Lateinamerika e.V. wurde "Brot gegen Not" auf dieses Projekt aufmerksam. Ziel ist es, den Kindern wenigstens eine warme Mahlzeit am Tag zu reichen. 

Fast alle Familien sind kinderreich, die Väter ohne Arbeit, häufig ohne Ausbildung und ein nicht unerheblicher Teil der Eltern sind Analphabeten. Die Arbeitslosenrate in Pilar ist sehr hoch, da viele Industriebetriebe geschlossen wurden.

Viele der armen Kinder müssen hungrig zur Schule gehen, - wenn sie überhaupt hingehen. Oft leiden sie unter chronischen Bronchialkrankheiten, Dermatitis, Parasiten etc. 

Mit viel Hartnäckigkeit und Engagement der Initiatorinnen des Projektes ist es schließlich gelungen, von der Gemeinde in Manuel Alberti ein Grundstück zu erhalten.

In Zusammenarbeit mit den arbeitslosen Eltern hat „Personitas“ in Eigenleistung ein zweistöckiges Gebäude gebaut. Das Baumaterial wurde von Firmen aus der Nachbarschaft gespendet. 

Neben der täglichen Mahlzeit erhalten zur Zeit 100 Kinder schulische Unterstützung und eine medizinische Vorsorgeuntersuchung. Im Projekt befinden sich eine Schneiderei, ein Friseursalon und eine Küche. Hier  werden nicht nur Jugendliche ausgebildet, sondern auch deren Eltern erhalten eine Ausbildung und werden ermutigt, kleine Unternehmen zu gründen.

Anfang November 2005 richtete die Heiner Kamps Stiftung „Brot gegen Not“ im neuen Gebäude von „Personitas“ eine Ausbildungs- und Produktionsbackstube ein. 

Gebacken werden neben deutschen Backwaren überwiegend landestypische Erzeugnisse, die für die Bäckermeister teilweise eine Herausforderung darstellen. Sehr beliebt bei den Argentiniern ist der Stollen zur Weihnachtszeit oder der deutsche Spekulatius, der sogar das ganze Jahr über verlangt wird. 

Ein Teil der Backwaren wird direkt verkauft, der größere Teil wird per Fahrrad oder mit dem neu angeschafften Auto in die umliegenden Wohnviertel geliefert. 

Im Jahr 2015 erfolgte nach Abstimmung mit den Projektpartnern das Projektende und die Umwandlung de Bäckereigebäudes in einen Kindergarten.

Unsere Kooperationspartner bei diesem Projekt ist ¡ futuro sí ! - Initiative für Kinder in Lateinamerika e.V. und die UBS Optimus Foundation Deutschland.